Dienstag, 10. März 2020

Leben und leben lassen

Hinter der Maske muß noch Luft zum Atmen bleiben
In diesen Tagen geht der C-Virus um und nach China hat er Italien im Griff. Globalisierung, Wirtschafts- und Gesundheitssysteme werden verantwortlich gemacht, Kultur- und Sportveranstaltungen werden untersagt, Hamsterkäufe spiegeln die vermeintliche Stimmung im Land.
Mein Gemütszustand ist davon nicht spürbar betroffen, auch wenn ich mir den Spaß erlaube ein Selfie mit Schleifmaske und Sonnenbrille zu posten. Es bedrücken mich andere, weitaus unmittelbarere Probleme.
Ich habe das gelobte Land verlassen und versuche so gut ich kann meine Familie, und vor allen die Mutter meiner Tochter zu unterstützen, die seit dem Jahreswechsel mit einer furchtbaren Diagnose zu kämpfen hat: Pankreaskarzinom - die äußerst aggressive Krebskrankheit in der Bauchspeicheldrüse.
Unerkannt haben sich bereits Metastasen gebildet, eine operative Entfernung wird verworfen, auf die Chemotherapie reagiert der kranke Körper heftigst und muß immer wieder abgebrochen werden. 
Es ist eine große Prüfung für uns alle.
Nachdem ich heute aus der Charité kommend erst mal Sushi bei Ishin zelebriere versuche ich mich selbst wieder zu spüren und dem Gedanken, daß es jederzeit auch mit mir zu Ende gehen kann, ja sogar sicher in nicht allzu ferner Zeit zu Ende gehen wird, etwas unvernünftiges, lebensbejahendes entgegenzusetzen. 
In den EBay-Kleinanzeigen finde ich eine 35 Jahre alte, wunderschön restaurierte Moto Guzzi California und fasse den einsamen Beschluss mir ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk zu gönnen.

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