Sonntag, 25. Oktober 2026

Ems Sperrwerk kritisch bewertet


Überführung Festivale 


Wer trägt die Kosten für die Nutzung des Emssperrwerks?

Für das Passieren der Seeschleuse direkt in Papenburg (wenn die Schiffe das Baudock der Werft

verlassen) sowie für die anschließende Emsüberführung und die Nutzung des Emssperrwerks zahlt die Meyer Werft keine direkten Schleusengebühren oder Staukosten pro Schiff, da diese Infrastrukturprojekte vom öffentlichen) Sektor getragen werden.


Die Kostenstruktur rund um die berühmten Überführungen gestaltet sich wie folgt:


• Infrastruktur & Staukosten (Emssperrwerk): Das Aufstauen der Ems für die

Überführung der Ozeanriesen wird vom Land Niedersachsen (über den NLWKN)

gesteuert und finanziert. Das Emssperrwerk wurde primär als Küstenschutzbauwerk und zur Sicherung des Werftstandorts mit öffentlichen Mitteln errichtet.

• Politische und finanzielle Verflechtung: Da der Standort Papenburg ca. 40 Kilometer von der Nordsee entfernt liegt, entstehen logistische Nachteile, die das Land Niedersachsen traditionell ausgleicht. Zudem sind der Bund und das Land

Niedersachsen seit 2024 mit einer Mehrheitsbeteiligung von jeweils 40 Prozent

Eigentümer der Meyer Werft.

• Kosten, die die Werft selbst trägt: Die Meyer Werft zahlt die unmittelbaren operativen Kosten der Überführung. Dazu gehören das hochspezialisierte Team der Lotsenbrüderschaft Emden, die Miete und den Treibstoff für die Assistenzschlepper sowie vorbereitende Computersimulationen (z. B. in Wageningen). Diese Logistikkosten belaufen sich je nach Aufwand und Schiff auf mehrere zehntausend bis über einhunderttausend Euro pro Fahrt.

Kosten für den Steuerzahler

Eine Schleusung beziehungsweise das Aufstauen des Emssperrwerks kostet den Steuerzahler direkt pro Überführung eines großen Kreuzfahrtschiffes nichts – im Gegenteil: Die Meyer Werft muss für den Betrieb des Sperrwerks ein Entgelt an das Land Niedersachsen zahlen (etwa

126.000 Euro für einen 12-Stunden-Stau bzw. rund 276.000 Euro für einen 24-Stunden-Stau bei großem Tiefgang).

Indirekte Kosten für den Steuerzahler

• Baggerarbeiten: Die eigentlichen Millionenkosten für die Steuerzahler entstehen nicht durch den reinen Betrieb des Sperrwerks, sondern durch das ständige, aufwändige Ausbaggern der Ems, das pro Schiff Überführung oft Millionenbeträge verschlingt.

• Bau und Unterhalt: Die reinen Baukosten des Emssperrwerks beliefen sich auf rund 224 Millionen Euro (geteilt zwischen Bund und Land), zuzüglich Millioneninvestitionen in den späteren Umbau zur Tidesteuerung.

Laufende Kosten

Die laufenden Kosten für die Unterhaltung der Unterems belaufen sich für den Steuerzahler auf mehr als 20 Millionen Euro pro Jahr allein für die regelmäßigen Baggerarbeiten.

Da die Ems durch Strömung und Gezeiten (Tide) extrem viel Schlick ansetzt, muss das Flussbett permanent tief gehalten werden, damit die großen Kreuzfahrtschiffe der Meyer Werft überhaupt zur Nordsee überführt werden können.

Kostentreiber & Details im Überblick:

• Regelmäßige Baggerkampagnen: Der Bund vergibt für die Unterems regelmäßig

Großaufträge an spezialisierte Firmenkonsortien. Allein für einen zweijährigen Zeitraum (wie beispielsweise für 2025 und 2026) schlagen diese Arbeiten mit über 20 Millionen Euro zu Buche

• Langfristige Belastung: Historisch gesehen ist die Ems ein massiver Kostenfaktor. Über einen Zeitraum von zehn Jahren summierten sich die reinen Baggerkosten in der Vergangenheit auf mindestens 188 Millionen Euro.

• Enorme Schlickmengen: Pro Jahr müssen in der Unterems durchschnittlich rund 2,5 Millionen Kubikmeter Baggergut bewegt und entsorgt werden. Etwa 70 % dieser

Schlickmassen fallen im oberen Streckenbereich zwischen Leer und Papenburg an.

Zusätzlich zu diesen Bundesmitteln für die Bundeswasserstraße tragen die lokalen

Unterhaltungsverbände in Niedersachsen (z. B. für kleinere Zuflüsse, Deichbänder und Schöpfwerke) eigene Millionenhaushalte, die jedoch primär über Beiträge der Landeigentümer finanziert werden. Die reinen Fahrrinnenbaggerungen für die Seeschifffahrt trägt hingegen der Bund.

Wohin mit dem Schlick?

Das Sedimentmanagement der Unterems und der Verbleib des ausgebaggerten Schlicks folgen einer Kombination aus Umlagerung im Wasser und innovativer Verwertung an Land. Das Hauptproblem der Ems ist der sogenannte „Tide-Pump-Effekt“: Durch die historische Vertiefung des Flusses strömt die Flut deutlich schneller flussaufwärts, als die Ebbe das Wasser wieder herausträgt. Dadurch wird permanent feiner Schlick aus der Nordsee weit ins Landesinnere (bis

Papenburg) hineingepumpt und lagert sich dort ab.

Das Sedimentmanagement und die Transportwege teilen sich in drei zentrale Säulen auf:

1. Umlagerung im Gewässer (Verklappung)

Der weitaus größte Teil des sauberen, unbelasteten Schlicks wird von sogenannten

Hopperbaggern per Saugrohr vom Flussbett aufgenommen. Das Material wird nicht an Land gebracht, sondern flussabwärts transportiert und in tieferen, strömungsstärkeren Bereichen der Außenems oder in ausgewiesenen Zonen der Nordsee wieder ins Wasser gelassen (verklappt). Ziel ist es, dass die Ebbströmung den Schlick weiter ins Meer hinausträgt. Da ein Teil davon jedoch mit der nächsten Flut wieder zurückwandert, führt dies zu kostspieligen Kreislaufbaggerungen.

2. Innovative Landwirtschaftliche Verwertung (Aufhöhung)

Im Rahmen von deutsch-niederländischen Pilotprojekten (wie der Ökologischen Strategie zum Sedimentmanagement im Ems-Dollart-Raum) wird überschüssiger Schlick zunehmend sinnvoll an Land genutzt:

• Aufhöhung von Flächen: Schlick wird gezielt auf ufernahe, tiefliegende

landwirtschaftliche Flächen binnendeichs gespült.

• Nutzen für die Zukunft: Nach dem Trocknen verbessert der mineralstoffreiche Schlick die Bodenqualität. Zudem wachsen die Flächen dadurch an, was als natürlicher Schutz gegen den klimabedingten Meeresspiegelanstieg dient.(?!?)

3. Aktives Management über das Emssperrwerk (Tidesteuerung)

Anstatt den Schlick nur nachträglich wegzubaggern, nutzt man das Emssperrwerk Gandersum inzwischen als aktives Werkzeug. Im Rahmen des Masterplans Ems 2050 wird eine flexible Tidesteuerung eingesetzt: Die Tore des Sperrwerks werden bei einlaufender Flut zeitweise leicht geschlossen.


Dadurch wird die einströmende Flutwelle abgebremst und der physikalische Schlickeintrag in Richtung Papenburg von vornherein massiv verringert.

Sauerstoffknappheit in der Ems

Durch die historische Vertiefung der Unterems hat sich das Ökosystem drastisch verändert. Die massive Ansammlung von sogenanntem Flüssigschlick (Fluid Mud) entzieht dem Wasser vor allem in den warmen Sommermonaten fast den gesamten Sauerstoff.

• Todeszonen für Fische: In extremen Phasen – wie beispielsweise bei künstlichen

Aufstauungen – sank der Sauerstoffgehalt am Flussgrund stellenweise von normalenWerten auf lebensfeindliche 0,5 Milligramm pro Liter ab. Fische und bodennahe Lebewesen ersticken in diesen Zonen buchstäblich.

• Extreme Trübung: Der Schwebstoffanteil im Emswasser ist durch das permanente

Aufwühlen 100- bis 1000-fach höher als in Elbe oder Weser. Dieses trübe Gemisch

verhindert jeglichen Lichteinfall, was das Algenwachstum und damit die natürliche

Sauerstoffproduktion komplett blockiert.

• Ganzjährige Bedrohung: Während sich der Fluss im Winter durch stärkere

Oberwasserzuflüsse etwas erholt, bricht das System im Sommer regelmäßig ökologisch zusammen.

Die Rolle der Niederlande im Masterplan

Da die Ems in die Nordsee mündet und sich das Ems-Dollart-Ästuar über die Grenze erstreckt,

lässt sich das Problem nur international lösen. Die Niederlande sind über das parallele Programm

„Ems-Dollard 2050“ fester Partner im Gesamtkonzept:

• Gemeinsames Sedimentmanagement: Grenzüberschreitend arbeiten deutsche und niederländische Behörden daran, jährlich mindestens eine Million Tonnen Schlick dauerhaft aus dem System zu entfernen.

• Deichbau und Küstenschutz: Die Niederländer nutzen den ausgebaggerten, gereiften Schlick ("Klei") intensiv für die Verstärkung ihrer eigenen Küstendeiche sowie zur Erhöhung tiefliegender landwirtschaftlicher Flächen im Grenzgebiet.

• Politisches Veto und Konflikte: Die Provinz Groningen wacht streng über die

Einhaltung der EU-Umweltrichtlinien. Sie blockiert beispielsweise deutsche Vorstöße zu weiteren, tiefgreifenden Fahrrinnenvertiefungen, um eine zusätzliche Verschlechterung der Wasserqualität im gemeinsamen Dollart zu verhindern.





Montag, 6. April 2026

Pastafarianismus als Reaktion auf das Arbeitsverbot an Karfreitag

Nach dem kalten Winter im Hafen Tempelhof und den ersten frühlingshaften Sonnenstrahlen an Karfreitag habe ich (H)MS LAURA abgekärchert. Ein wahrhaft befreiender Akt. Nicht so positiv besetzt war das bei meinem Hafennachbarn. „Ihnen ist schon bewusst, dass heute der höchste Feiertag der Glaubensgemeinde ist?“ Sagte er, der sonst ganz höflich grüßt und freundlich daherkommt. Ähh, …. War meine Antwort, von wem? Weiß der Mensch nicht, dass ich Mitglied der Glaubensgemeinschaft des fliegenden Spaghettimonsters bin?


Wir bereiten die NUDELMESSE vor!!


Montag, 23. Februar 2026

Tour de l‘ame d‘hiver 25/26

Ach, wir hätten gern teil an dem Glück wieder positive Temperaturen in Berlin zu erleben und eisfreien Hafen vorzufinden, sind aber nach unserer Tour de l'ame d'hiver 25/26 leider noch linksrheinisch.

Start dieser Tour war der 11. Oktober mit CamperVan über die Schweiz nach Italien, mit der Autofähre von Neapel nach Palermo. Dann mit einem gecharterten Segelboot (DuFour 39) mit Family zu den Liparischen Inseln bei idealem Segelwetter. Dann wieder CamperVan rund Sizilien und rüber nach Apulien. Von da nach Sardinien über die Feiertage und weiter nach Barcelona. Nachdem wir Trickdieben zum Opfer gefallen sind, die es auf unser Bargeld erfolgreich abgesehen hatten, haben wir unser Ziel Marokko aufgegeben und sind über die Pyrenäen nach Frankreich an die Atlantikküste und seit ein paar Tagen wieder in der Pfalz. 

Die kurzen Hosen hatten wir diesmal umsonst dabei und haben viel Regen und Sturm überstanden, einige „Patienten" per remote inspection dennoch aus dem Mobile Office betreut und ein neues Luftreinhaltungsprojekt initiiert. Ihr könnt, wie immer, unsere Ölspur auf Sibylles blog verfolgen. 

Bis bald auf der Spree,
Sibylle und Wolfgang 

Freitag, 16. Januar 2026

Das unvollendete Gemälde im Capitole von Toulouse

Das Bild zeigt den Versuch des Menschen, Wahrheit/Natur durch Kunst, Kultur und Arbeit zu erkennen – ein Ideal, das bewusst unvollendet bleibt.

Dass das Gemälde selbst unvollendet ist, verstärkt diese Aussage auf fast philosophische Weise.

Die dunkle, kniende Gestalt unten wirkt untergeordnet, arbeitend, dienend und ist eine mögliche Allegorie für den Künstler selbst.

Dass gerade diese Figur am rohesten ausgeführt ist, passt zur Aussage:

Der Schaffende bleibt immer hinter dem Ideal zurück.


Dienstag, 13. Januar 2026

Eine kalte Nacht in den Pyrenäen

Es war die dritte Nacht, in der wir frei stehen, d.h. ohne Stromversorgung (220 V Landstrom) sind. Nun war die Batterie an ihrem Limit und hat ohne Vorwarnung abgeschaltet. Damit fiel die Heizung aus, weil die Lüftung natürlich Strom braucht. Wir haben ja genug Decken und können so gemütlich übernachten. Unser Frost Wächter arbeitet, soweit wir feststellen können, einwandfrei und öffnet das Ablassventil von unserem Frischwasser bei +3°. Dieser Schutz dient dazu, den Boiler für Warmwasser vor einem Frostschaden zu bewahren. Bei Sonnenaufgang und -3° beginnt unser unser Solarpanel sofort zu laden und der Fahrmotor sorgt für die erste Wärme. Bald kann auch die Dieselheizung wieder ihren Dienst tun. Um Frischwasser nach zu füllen, braucht es mindestens +7° damit der Frost Wächter wieder verriegelt. Gar nicht so einfach auf einem Campingplatz, auf dem die Wasserleitungen flächendeckend in dieser Nacht eingefroren sind. Aber das ist eine Geschichte für sich.
Mehr uber unsere Vorhaben findest du in Sibylle’s Blog 

Freitag, 9. Januar 2026

So wird man mit dem Wohnmobil auf der Autobahn in Spanien, Nähe Barcelona, ausgeraubt

Barcelona: Der Trick ist ganz einfach: während der Fahrt auf der Autobahn wird einem bedeutet, dass mit dem Auto etwas nicht stimmt. Man fährt auf eine Ausfahrt Bucht und wird aus dem Auto gelockt, nach hinten zum rechten Hinterrad. Der zweite Mann geht dann rein und klaut. Der dritte sitzt am Steuer, das alles geht so schnell, dass man es kaum realisiert.
Nicht selten hat man vorher auf der Raststätte einen kurzen Aufenthalt gehabt und die Tür offen stehen lassen. Die wichtigen Utensilien, die man sonst als Bauchgurt zB bei sich trägt, sind sichtbar im Fahrzeug zum Beispiel am Schalthebel eingehängt. Das ist eine gute Vorbereitung für den zielgerichteten Raub.
In unserem Fall war es wichtig, sofort zur spanischen Polizei zu gehen und den Fall zu melden insbesondere mit genauen Daten des Überfalls. So kann die Streife von da aus die Gepäckstücke vielleicht wieder finden, wie es in unserem Fall geschehen ist. Hilfreich war auch der Apple tag, zumindest um zur zuständigen Polizeidienststelle für lost und found zu finden. 
Alles wieder da nur Geld ist weg und die Kreditkarten, die bereits geblockt wurden, sind natürlich auch ungültig für die weitere Nutzung der Urlaubsreise

Samstag, 20. Dezember 2025

Weihnachtsansprache des reisenden Goethe in Sardinien (fiktiv, weil er nie da war)

Restaurante Via Mare
Ristorante Via Mare, Cardedu, Sardena

Meine lieben Freunde des wandernden Geistes,

so stehe ich denn, fern der heimischen Stube, auf dieser uralten Insel im mittelländischen Meer, und die Weihnacht naht auch hier – leiser vielleicht, doch nicht minder tief. Sardinien empfängt den Reisenden nicht mit prunkvollen Glocken, sondern mit dem ernsten Atem der Berge, dem salzigen Wort der Brandung und dem stillen Blick der Hirten, die seit Jahrtausenden dieselben Pfade gehen.

Wenn ich des Abends aus dem Fenster meiner Herberge sehe, so glimmt kein Tannenbaum, doch der Himmel selbst entzündet seine Lichter. Die Sterne scheinen näher, als wollten sie uns mahnen, dass wir Reisende sind – nicht nur von Land zu Land, sondern von Tag zu Tag, von Gedanke zu Gedanke.

Weihnachten, so dünkt mich, ist weniger ein Ort als ein Zustand der Seele. Hier, wo die Zeit langsamer schreitet und die Steine älter sind als unsere Sorgen, lernt man erneut zu lauschen. Dem Wind. Dem eigenen Innern. Und jenem leisen Drängen, das uns Menschen stets vorwärts treibt – nicht fort, sondern hin zu uns selbst.

Die Sardinier teilen ihr Brot, ihren Wein und ihre Geschichten ohne großes Wort. In dieser schlichten Gastfreundschaft liegt eine Wahrheit, die uns in den Städten leicht entgleitet: Dass Gemeinschaft nicht aus Überfluss, sondern aus Zuwendung geboren wird. Dass Wärme nicht allein aus dem Feuer, sondern aus dem Blick des Anderen stammt.

So wünsche ich Euch, daheim oder in der Ferne, eine Weihnacht des wachen Herzens. Möge Euch das Fremde nicht ängstigen, sondern bilden. Möge das Vertraute Euch nicht binden, sondern tragen. Und möget Ihr, wohin auch immer Euch der Weg führt, ein Stück Heimat in Euch selbst entdecken.

Mit reisendem Gruß aus dem Süden,

Euer

J. W. G. 

(Alias ChatGPT 5.2)